Ein Einblick in die Realität und das Leben eines weltweit tätigen Models

HARBOR Magazine 1/2014

© HARBOR Magazine & DOPAMIN MODELS

DOPAMIN MODELS – Interview HARBOR Magazine (german) "Einblick in das Leben eines Models" – Model Management und Modelagentur in Düsseldorf 

 

So Schön!

Was ist dran an Glamour und Luxus? Model Dino Busch gibt einen Einblick in die Realität und das Leben eines weltweit tätigen Models – losgelöst von Castingshows und medialen Wirklichkeiten.

Wie wird ein Model entdeckt und was sind überhaupt die Voraussetzungen, um als Model arbeiten zu können?

Dino Busch: Casting-Shows wollen uns vermitteln, wie das reale Leben scheinbar aussieht. Es hagelt Prüfungen und "Competitions" für verschiedenste Charaktere. Da kann dann schon mal das "Landei" auf den arroganten, therapiebedürftigen Großstadt-Teenager treffen. Je ausgefallener desto besser für die Quote. Möchte in diesen Formaten wirklich jemand ein Top-Model finden oder geht es in Wahrheit nur um die Quote? Es müssen Werbeplätze verkauft werden – und das so teuer wie nur möglich. Die meisten erfolgreichen Models hatten nie vor, Model zu werden. Und haben sich das auch nicht vorstellen können. Wurden dort entdeckt, wo sie es nie erwartet hätten. Mitten auf der Straße, im Kaufhaus, in der U-Bahn oder sogar im Internet. Als junger Teenager wurde ich bereits zweimal von Modelscouts auf der Straße angesprochen. Im Alter von 17 1/2 Jahren sind meine Bilder auf facebook aufgefallen.

Dopamin Models: Natürlich war es zuerst Dinos Gesicht, das mir durch seinen hohen Wiedererkennungswert aufgefallen ist. Seine Fotogenität auf den privaten Bildern war unübersehbar. Es darf aber nicht nur "hübsch" sein. Vielmehr zählt das Außergewöhnliche. Und dann waren da noch die ausdrucksstarken Fotos, die Dino als Hobby-Fotograf von seinen Freunden selbst geschossen hat. Ein Auge für Ästhetik und das Talent, Momente und Stimmungen punktgenau einzufangen.

Dino Busch: Viele Models werden in ihrer Jugend wegen ihres Aussehens sogar gehänselt oder gemobbt. Zu groß, zu dünn, zu unscheinbar. Manchmal ist es einfach nur die Nase, der Mund oder das Kinn. Über Gisele Bündchen wird berichtet, sie sei gemobbt und wegen ihrer schlaksigen Figur gehänselt worden. Aber genau diese Ecken und Kanten machen einen Menschen erst richtig interessant. Doch Aussehen alleine reicht nicht. Aus der Fotografenperspektive definiere ich es so: Ein Model ist nur dann fotogen, wenn es eine eigene innere und besondere Ausstrahlung hat, die fasziniert und Menschen in ihren Bann zieht.

Dopamin Models: Für viele Agenturen und Kunden ist das Aussehen tatsächlich oft der einzige Entscheidungsgrund für oder gegen ein Model. Das mag an der schnellen Umschlagshäufigkeit liegen, mit der in den Modelagenturen immer wieder neue Gesichter gegen die alten ausgetauscht werden. Für uns hingegen sind Charakter und Persönlichkeit am wichtigsten.

Darunter ist das zu verstehen, was jemanden unverwechselbar macht und ihn aus der Masse herausstechen lässt. Neben Persönlichkeit und Einzigartigkeit sind hier Wandlungsfähigkeit, Selbstbewusstsein, Selbstständigkeit und Leistungsbereitschaft zu nennen. Und natürlich die sogenannten „soft skills“ Höflichkeit, Benehmen Anstand, Zuverlässigkeit, Kooperationsfähigkeit und emotionale Intelligenz. Wenn das alles stimmt und zudem noch Rückhalt und Unterstützung durch die Familie gegeben sind, erst dann sind die Voraussetzungen erfüllt.

Größte Verantwortung haben die sogenannten Mutteragenturen oder professionellen Model Manager.

Dopamin Models: Die seriösen und verantwortungsvollsten unter ihnen investieren nicht nur in eine sorgfältige Ausbildung des Models als Vorbereitung auf den Job. Sie fördern die Entwicklung der jungen Menschen zu starken Persönlichkeiten. Selbstbewusstsein, Charakterfestigkeit und Fachkenntnisse machen sie zu vollwertigen Partnern der Kunden bei allen Produktionen. Ihnen geht es nicht darum, ihre eigenen Provisionen zu maximieren, sondern das Beste für ihre Schützlinge herauszuholen. Nicht nur finanziell, sondern ihnen sichere vertragliche Rahmenbedingungen im In- und Ausland zu gewährleisten und sie vor Ausbeutung und respektloser Behandlung zu bewahren.

Dino Busch: Gerade hier drücken sich weltweit sehr viele Agenturen vor ihrer Verantwortung und wälzen diese gnadenlos auf uns Models ab. Die wenigsten Models haben Juristen als Eltern, die alles ins Kleinste prüfen können. Aber es darf nicht bei den Verträgen aufhören. Eine gute Modelagentur steht ihren Models immer und ständig unterstützend zur Seite, auch wenn diese gerade auf der anderen Hälfte der Erdkugel unterwegs sind.

Wann steht man auf, welche Rolle spielt Geduld im Alltag und was muss ein Model jeden Tag sicherstellen, um arbeiten zu können?

Dino Busch: Klassisch sendet die Agentur am Abend die Termine für den kommenden Tag: Castings, GoSees, während der Fashion Weeks in den Metropolen bis zu 12 Castings an einem Tag, diese über die ganze Stadt verteilt. Oft heißt es dann Anstehen und Warten in einer Schlange von bis zu 200 Models, alle in der Hoffnung auf den einen Laufsteg-Job. Wichtig ist, sich immer dessen bewusst zu sein, dass dabei rein subjektive Entscheidungen getroffen werden. Nicht wer der Schnellste ist oder wer am höchsten oder weitesten springt.

DOPAMIN MODELS – Interview HARBOR Magazine (german) "Einblick in das Leben eines Models" – Model Management und Modelagentur in Düsseldorf

Während der Fashion Weeks wird leider fast nie der Mensch gesehen, sondern nur der "Kleiderständer", an dem nach Ansicht des Casting Directors und des Kunden die eigene Mode optimal zur Geltung kommt. Zwei Stunden warten für ein kurzes "Hallo" und "Dankeschön, wir melden uns."  Weiter gehts zum nächsten Termin.

Bei Castings für Fotoshootings fallen die menschlichen Werte stärker ins Gewicht. Wenn das Team mehrere Tage gemeinsam unterwegs ist, achten die Fotografen ganz besonders auf die Persönlichkeit. Starallüren oder Rumgezicke würden das gesamte Projekt gefährden. Aber auch beim Foto-Job ist vielfach Geduld gefragt. Warten, Fitting, wieder Warten, dann werden die Haare gemacht, wieder Warten, dann das Make-up, wieder Warten, dann Lichttest vor der Kamera. Warten. Dann endlich vor die Kamera. Und wieder Warten weil der Setbau noch nicht perfekt ist und so weiter. Da besteht dann ein 10- oder 12-Stunden-Tag schon mal aus ganz vielen Stunden des Wartens und des ständig bereit Seins.

Was ist wahr und was nicht, am Mythos des Jetsetterlebens? Welche Rolle spielt Geld in der Industrie und warum zahlen Kataloge die Miete?

Dino Busch: In der Neunziger Jahren waren sie als Superstars bekannt: Claudia. Naomi. Linda. Christy. Sie hatten starke, einzigartige Looks. Deshalb wurden sie sogar in jüngerer Vergangenheit erneut gebucht. Und das in einer Zeit von kurzlebigen Fashion Trends, in der Models für gewöhnlich nicht mal ein Jahrzehnt überstehen. In vielen Shows ist es schon sehr schwierig, deutliche Unterschiede zwischen den vielen jungen Models auf den Laufstegen zu sehen. Dennoch wollen ganz viele Modemarken eine ständig große Auswahl an immer neuen Gesichtern. Was dazu führt, dass große Modelagenturen regelrechte Massen an Newcomern präsentieren. Dabei zählt dann oft nicht mehr der Mensch, lediglich die Nummern unter denen wir Models in den Karteien geführt werden. Nicht verwunderlich, wenn dann vielleicht 10 Prozent der Models einer Agentur Geld verdienen. Die anderen 90 Prozent schnell ausgetauscht werden und niemanden mehr kümmern. Es sind wenige, die richtig gut Geld verdienen und davon leben können. Es sind diejenigen, die es schaffen sich zu einer eigenen Marke zu profilieren. Die Wiedererkennungswert haben und viel Zeit in ihre Ausbildung investiert haben. Es reicht eben nicht, gut auszusehen. Vielmehr geht es darum, Werte der Kunden und Marken für die man gebucht wird, zu transportieren. Dazu bedarf es einer ausgeprägten Wandelbarkeit und der Fähigkeit, sehr schnell vorgegebene Emotionen und Stimmungen zu präsentieren. Talent ist dabei Grundvoraussetzung. Richtig gut kann ein Model aber nur dann werden, wenn es sein "Handwerk" regelrecht erlernt. Hierzu bedarf es vieler unterschiedlicher Elemente aus Schauspiel, Tanz und anderen Disziplinen. Die glamourösesten Jobs, also wunderschöne Modestrecken für Hochglanzmagazine und Laufstegshows werfen dabei das wenigste Geld ab. Diese bringen hauptsächlich Publicity. Aber davon bezahlt sich die Miete der Wohnung nicht. Und die ganzen anderen Ausgaben des täglichen Lebens wie Essen, Telefon, Kleidung und so weiter. Werbekampagnen sind das Beste, was einem geschehen kann. Aber so unendlich viele gibt es nicht. Das Geld für den Alltag muss daher über Katalogjobs reinkommen. Der Luxus, den viele Medien immer wieder suggerieren findet in den Bildern der Hochglanzmagazine statt und bei den vielen Empfängen zu denen Models häufig eingeladen werden. Aber von den Canapés mit Kaviar oder dem Glas Champagner lässt sich auch kein Lebensunterhalt bestreiten.

Wo wird gearbeitet? Welche Märkte sind für Models interessant und warum nicht nur Paris, Mailand und New York als Märkte in Frage kommen.

Dino Busch: Klangvolle Namen wie Paris, Mailand und New York stehen für Mode. Hier finden die großen Schauen statt. Es werden viele Kampagnen und Editorials produziert. In den Fotostudios geht es aber beileibe nicht so glamourös zu, wie man geneigt ist anzunehmen. Nüchterne und schlichte Zweckmäßigkeit bestimmen vielfach den Alltag. Und gearbeitet wird oft dort, wo die Kunden, Hersteller und Produktionsfirmen sitzen. Das ist dann beispielsweise in Hamburg oder Düsseldorf für Deutschland. Oder in weniger klangvollen Städten wie Guangzhou in China oder Mumbai in Indien.

Die persönliche Perspektive: Die Grundlagen des Modeldaseins. 

Dino Busch: Die Arbeit als Model erscheint Außenstehenden häufig als relativ einfach. Aber wie immer gibt es Unterschiede zwischen Theorie und Praxis. Das fängt bereits auf der mentalen Ebene an. Man bekommt häufig ein "Nein" und viel Kritik zu hören, die nicht immer konstruktiv sind. Wer da nicht sehr mit sich selbst im Reinen ist, kann daran verzweifeln und resignieren. Die wichtigste Fähigkeit, die ein Model neben den Grundsätzen (wie gepflegtem und gesundem Aussehen, viel Schlaf, gute Ernährung, Fitness) besitzen sollte, ist Geduld. Modeln bedeutet Warten. Lange Flüge, Castings, Fittings, Make up, Show- und Shootingvorbereitungen. Alles ist mit enormem Zeitaufwand verbunden. Und so ist es nichts Besonderes, bei einem Job drei Stunden herumzusitzen und nichts zu tun. Und das ist auf Dauer viel anstrengender, als es sich wohl anhört. Auch Veröffentlichungen und die Verhandlung von Verträgen mit ausländischen Modelagenturen können sich über viele Wochen hinziehen. Wer also keine Geduld besitzt, sollte besser gleich nach anderen Jobs Ausschau halten.

Wann ist der Job "gut gemacht"?

Dino Busch: Der Job ist dann gut gemacht, wenn der Kunde zufrieden ist und nicht das Model selbst. Der Idealfall ist natürlich, dass alle zufrieden sind. Aber im Endeffekt muss das Model die eigenen Vorlieben immer hinter denen der Kunden zurückstellen. Meckern an den Fotos, dem Make up oder dem Styling ist ein absolutes "No Go". Besser ist, dem Kunden immer etwas mehr Engagement und Professionalität zuteil werden zu lassen, als erwartet. Denn: Ist der Kunde glücklich, ist das Model glücklich. Natürlich darf dabei der Spaß nicht fehlen!

Inwiefern dient die Arbeit als Model der späteren beruflichen Karriere?

Dopamin Models: Modeln ist ein Tor in die Berufswelt jenseits der klassischen Pfade. Unternehmen stellen heutzutage hohe Anforderungen und suchen Persönlichkeiten. Menschen die gezeigt haben dass sie sich engagieren und hohe Einsatzbereitschaft erbringen können. Dazu achten sie auf sehr gute kommunikative Fähigkeiten, wünschen sich, dass mindestens eine oder besser noch zwei Fremdsprachen fließend beherrscht werden. Optimalerweise ergänzt um Auslandserfahrung und interkulturelle Kompetenzen angesichts globalisierter Märkte.

DOPAMIN MODELS – Interview HARBOR Magazine (german) "Einblick in das Leben eines Models" – Model Management und Modelagentur in Düsseldorf

Auch stark ausgeprägte Kreativität und Teamfähigkeit, Überzeugungkraft und die Fähigkeit zu eigenverantwortlichem und selbstständigem Handeln sind gefragt. Und wie könnte ein junger Mensch dies besser unter Beweis stellen? In welchem anderen Beruf könnte jemand im sehr jungen Alter ähnlich viel Berufs- und Lebenserfahrung sammeln? Dino ist sehr viel selbstständiger als die meisten anderen. Er reist alleine durch die ganz Welt, lebt alleine, muss sein tägliches Leben selbst organisieren und sich alleine versorgen. Außerdem ergeben sich viele interessante und wertvolle Kontakte, die nach dem Ende der Modelkarriere helfen können, in andere Bereiche einzusteigen.

Wie hebst du dich von den anderen Models ab und was zeichnet dich aus?

Dino Busch: Jedes Model ist anders, ein anderer Typ. Ich habe natürlich meinen Körper und mein Gesicht. Das ist wichtig, weil jeder Kunde die Models sucht, die seine Produkte optimal präsentieren können. Darüber hinaus muss ich andere Wege finden, um Kunden zu begeistern und von mir zu überzeugen. Ich versuche immer, positiv zu sein, kleine Aufmerksamkeiten zu machen, eine positive Ausstrahlung zu haben und hin und wieder darf es auch ein kleiner Scherz sein. Ich habe viel Durchhaltevermögen und mir macht selbst die zehnte Stunde des Jobs nach anstrengenden neun Stunden immer noch Spaß. Ich liebe meinen Beruf. Das merken die Kunden und Menschen mit denen ich zusammenarbeiten darf und ich denke das sieht man letztendlich am Ergebnis.

Welche Unterstützung hast du benötigt und benötigst du?

Dino Busch: Eltern und sehr gute Freunde sind in dieser teilweise leider oberflächlichen Branche essenziell. Man braucht Hilfe, um sich an den Lebensstil zu gewöhnen und oft auch eine Schulter um Frust abzulassen. Meine Eltern unterstützen mich dabei in jeglicher Hinsicht absolut unvergleichlich und liebevoll, nicht nur menschlich sondern auch zeitlich und finanziell. Eine gute Mutteragentur ist auch extrem wichtig. Die Agentur kennt das Geschäft und kann oft besseren Rat geben als Freunde die von dem Geschäft keine Ahnung haben. Wer also gute Freunde und Familie im Rücken hat und eine Agentur, Menschen, die sich permanent kümmern, dem kann nicht viel passieren.

Was macht dir Freude?

Dino Busch: Alles an dem Beruf wenn ich ehrlich bin. Die Freundschaften, das Reisen , das Warten am Flughafen, die Fotos, die Shows, einfach alles. Es ist ein tolles Gefühl, ein zentraler Teil in einem kreativen Prozess zu sein und am Ende ein Ergebnis zu kreieren das ohne einen so nicht möglich wäre. Es ist ein Privileg, sich kreativ entfalten zu dürfen und genau das macht mir Spaß an dem Beruf. Das Gesamtpaket bietet einem jungen Menschen so viel, das man sonst nie im Leben erreichen könnte. Das Gefühl, sich selbst auf Leinwänden, im Fernsehen oder in Magazinen zu sehen ist wirklich unglaublich und natürlich ist die gute Bezahlung auch ein netter Nebeneffekt.

Welche Versuchungen und schlechte Einflüsse gibt es und wie kannst du ihnen widerstehen?

Dino Busch: Da gibt es so einiges. Models werden oft sehr privilegiert behandelt. So zahlen wir in Clubs keinen Eintritt und bekommen alle Getränke umsonst. Das klingt nach Spaß, kann aber auch schnell gefährlich werden, da wir keinen gewöhnlichen Tagesablauf haben, weder hinsichtlich der Uhrzeiten noch hinsichtlich der Tage an denen wir arbeiten. Hier muss man von der Persönlichkeit so gefestigt und entsprechend verantwortungsvoll sein, um sich selbst Limits zu setzen. Und auf gar keinen Fall am Abend vor Jobs und Castings ausgehen! Der Kunde hat einen Anspruch auf ein ausgeschlafenes und fittes Model, das ihm mit ganzer Kraft für den gebuchten Job zur Verfügung steht.

Warum ist Modeln so anders und schön aber doch ein Beruf wie die meisten anderen auch?

Dino Busch: Der Job wird oft ganz anders dargestellt als er ist, hinter der glamourösen Kulisse von Jetset, Parties und Billboards steckt harte Arbeit. Es ist ein anderes Arbeiten als in den meisten anderen Berufen, aber ein genauso gewissenhaftes und professionelles. Die fünf bis sieben Fotos die in einer Magazinstrecke erscheinen dauern in der Produktion bis zu zehn Stunden. Wir arbeiten zwar nicht täglich, dafür oft am Wochenende und müssen dennoch stets bereit sein, falls Castings und Jobs Last Minute reinkommen. Mental und körperlich wird viel verlangt und die Konkurrenz ist groß. Der Job bietet ohne Frage viele Vorteile. Der Job ist anders als beispielsweise der eines Bürokaufmannes. Aber genauso anspruchsvoll und wichtig und eben kein bezahltes Hobby oder ein bezahlter Urlaub, wie so viele denken.

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Welche Verantwortung haben die Eltern und welche Unterstützung ist erforderlich?

Als Eltern sollten Sie sich Ihrer Verantwortung immer bewusst sein, egal ob Ihr Kind noch minderjährig oder bereits volljährig ist. Sie investieren viel Zeit, Geld, Geduld und Verständnis in die Modeltätigkeit Ihres Kindes. Vorsicht vor schwarzen Schafen, Werbeanzeigen und Angeboten von Model- und Castingagenturen, die neue Gesichter suchen. Renommierte Agenturen haben in der Regel eigene Model-Scouts, die potenzielle Nachwuchsmodels meistens mitten im Leben auf der Straße, im Kaufhaus, in der U-Bahn oder übers Internet ansprechen.

Mit der ersten Kontaktaufnahme gibt es die Einladung zu einem kostenlosen und unverbindlichen Test-Fotoshooting. Diese Einladung sollte den Wunsch bzw. bei Minderjährigen das Erfordernis einer Begleitung durch die Eltern beinhalten.

Größte Vorsicht ist geboten, sobald man für das Shooting oder die Sed Card bezahlen soll, an kostenpflichtigen Kursen teilnehmen soll oder Aufnahmegebühren verlangt werden. Eine seriöse Modelagentur verlangt niemals Geld. Im Gegenteil, wenn sie von einem Newcomer überzeugt ist, wird sie in ihn investieren und verauslagte Kosten gegebenenfalls mit Einnahmen des Models in der Zukunft verrechnen. Unterschreiben Sie niemals einen Vertrag unter Zeitdruck. Stellen Sie Fragen, bis alle offenen Punkte vollumfänglich und klar beantwortet sind. Gerade in der Modelbranche wird oft viel versprochen und nur ganz wenig gehalten. Umso wichtiger ist ein fairer Vertrag, der alle Details klar regelt. Gegebenenfalls lassen Sie diesen von einem auf Medienrecht spezialisierten Anwalt prüfen. Leichtfertig Vertrauen zu verschenken wäre fahrlässig und kann gefährlich sein. Die Arbeit mit Models, die häufig sehr jung und sogar minderjährig sind, ist ein besonders sensibler Bereich. Zwischen Model und Agentur besteht eine sehr enge soziale Bindung, weil in diesem internationalen Geschäft mit vielen kurzfristigen Beschäftigungen, die Agentur oftmals der einzige Ansprechpartner für Karriereplanung und oft auch soziale Belange ist. Spätestens an diesem Punkt trennt sich die Spreu vom Weizen.

Gibt es einen persönlichen Ansprechpartner für das Model, der die Zeit hat und gerne bereit ist, dem Model im Zweifel sogar nachts und am Wochenende jederzeit zur Verfügung zu stehen? Probleme in China, Australien, Indonesien oder den USA halten sich nicht an Gesetzmäßigkeiten eines Acht-Stunden-Arbeitstages und einer Fünf-Tage-Woche. Die Arbeit mit Models und die Vermittlung von Models erfordert ein besonders hohes Maß an Verantwortung, Qualifikation und Integrität.

Die ersten Schritte

Gerade am Anfang ist es wichtig, dass das "Newcomer-Model" Anleitung erhält und Erfahrung sammelt. Hierzu ist es erforderlich, sich sehr guten Fotografen für Testshootings unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Dabei sammelt das Model Erfahrung, Selbstvertrauen und Sicherheit und bekommt gutes Fotomaterial zur Eigenvermarktung. Diese Shootings können viele Stunden oder einen ganzen Tag dauern und auch mal mehrere hundert Kilometer entfernt stattfinden. Auch wenn das eigentliche Shooting kein Geld kostet, Zeitaufwand und Reisekosten sind nicht zu unterschätzen. Ausländische Modelagenturen strecken das Geld meist nur dann vor, wenn das Model über viel Erfahrung verfügt und bereits ein starkes Modelbuch hat. Modeln verlangt hohe zeitliche Investitionen. Zeit, die jeder einzelne Jugendliche nicht mit Freunden oder Hobbies verbringen kann. Achten Sie daher peinlichst genau darauf, dass Ihre Kinder in Umgebungen kommen, in denen zwar eine professionelle, aber gelöste Atmosphäre herrscht. Keine Tränen, keine schreienden Fotografen. Bestehen Sie darauf, dass Sie oder eine Person Ihres Vertrauens, solange Ihr Kind minderjährig ist, bei jedem Engagement zugegen sein dürfen. Meistens läuft alles gut, auch bei späteren Einsätzen im Ausland. Aber es gibt auch Menschen, die diesen Job zu einem menschenverachtenden Business verkommen lassen wollen. Diese haben besonders dann leichtes Spiel, wenn die Models in schwierigen ökonomischen Verhältnissen und ausweglosen Situationen stecken. Insbesondere Models aus Osteuropa und Mittel- oder Südamerika aus ärmlichen Verhältnissen sind hier gefährdet. Für diese Fälle gilt es, die Nachwuchsmodels zu starken Persönlichkeiten aufzubauen.

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Selbstbewusste junge Menschen, die unmissverständlich „NEIN“ sagen und so schnell wie möglich das Studio verlassen, wenn etwas komplett falsch zu laufen scheint. Und die sich sicher sein können, dass Familie und Agentur zu 100 Prozent hinter dieser Entscheidung stehen und diese bekräftigen.

Der Umgang mit Kritik

Konkurrenz belebt das Geschäft. Sie führt zu mehr Auswahl und besseren Preisen für die Kunden. Nur die stärksten Anbieter können auf Dauer bestehen, sei es über Qualitäts- bzw. Preisführerschaft oder durch das Wecken von Begehrlichkeiten. Im Model-Business ist das nicht anders. Es gibt Tausende von hoffnungsvollen jungen Menschen, die in der ganzen Welt gecastet werden und dann von ihren Agenturen den Kunden vorgestellt werden. Hier konkurrieren schon mal mehrere hundert Jungs oder Mädchen um einen einzigen Job.

Die Entscheidung gegen ein Model ist dabei nicht gegen den Menschen an sich gerichtet und niemals objektiv. Sie ist immer subjektiv. Weil dem Kunden, die Haarfarbe nicht gefällt, die Hüfte etwas zu kräftig gebaut ist oder weil ihm die Nase nicht passt. Alles persönliche Gefallens- oder Missfallenskriterien. Das Schlimme daran ist, dass es in dem Geschäft Menschen gibt, die den Bezug zu Realität und Anstand verloren haben, unter "Grandiositätskomplexen" leiden und denen es an jeglichen sozialen Kompetenzen mangelt. Wenn man sich als Model immer wieder abfällige Bemerkungen anhören muss, beleidigt und abgekanzelt wird, dann geht das an die Substanz. Niemand steckt das auf Dauer einfach nur weg. Da sind insbesondere die Eltern und die besten Freunde gefragt. Da heißt es, sich Zeit zu nehmen um zuzuhören, lange Gespräche zu führen, tröstende und ermunternde Worte auszusprechen. Wer als Model diese Unterstützung nicht hat, wird es extrem schwer haben. Damit hier kein falscher Eindruck entsteht: Die überwiegende Mehrheit in diesem Geschäft sind ganz tolle Menschen. Fotografen, Stylisten, Designer, andere Models und Kunden. Menschen, mit denen es extrem viel Freude bereitet, zu arbeiten. Arbeiten in einem höchst professionellen Umfeld mit viel Lob und konstruktiver Kritik.

Und zu einigen entstehen wunderbare Freundschaften weit über den Job hinaus.

Wichtig: Als Model arbeitet man hart an seinem Körper, um über eine entsprechend Physis und Fitness zu verfügen. Eine gesunde Ernährung sollte keinesfalls unter den oftmals hohen Erwartungen leiden. Zahlen des Robert-Koch-Instituts in Berlin besagen: Bei einem Fünftel aller Kinder und Jugendlichen zwischen 11 und 17 Jahren finden sich Hinweise auf ein gestörtes Essverhalten, wobei Mädchen fast doppelt so häufig betroffen sind wie Jungen. Die Gefahr bei Models oder jungen Menschen, die Model werden wollen, ist vermutlich noch größer, sich einem Diktat zu unterwerfen, das die "optimalen" Maße vorschreibt. Achten Sie daher darauf, dass sich Ihr Kind gesund ernährt und alles bekommt, was für eine gesunde Entwicklung erforderlich ist. Gesundheit muss immer an erster Stelle stehen.

Fazit

Informieren Sie sich selbst aktiv über das Geschäft. Nur dann werden Sie in der Lage sein, Rat geben zu können. Das Allerwichtigste ist, dass die Eltern immer ein offenes Ohr haben, weil sie meistens die einzigen Ansprechpartner sind. Das heißt: Viel skypen, unterstützen wo es geht und ganz viel Zeit zum Reden haben!

Über Dopamin Models

Dopamin ist ein Boutique Model Management Unternehmen.

Wir sind der Meinung, dass Schönheit erst in Verbindung mit einem ganz besonderen Charakter ein exzellentes Model ausmacht; deshalb legen wir insbesondere auf die Persönlichkeit größten Wert.

Unsere Philosophie basiert darauf, dass wir uns aufrichtig und sorgsam um die von uns repräsentierten Models kümmern. Wir behandeln alle als Individuen und stellen ihre Sicherheit und ihr Wohlergehen an die erste Stelle. Dabei ergreifen wir nach besten Kräften sämtliche erforderlichen Maßnahmen zur Förderung der künstlerischen Karriere und der persönlichen Entwicklung der Models.

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